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Stalinistisches Banner auf dem europäischen Sozialforum

Wohin die Zulassung von Parteien führen kann

 

Die Weltsozialforums-Charta von Porto Alegre schließt Parteien und militärische Organisationen vom Sozialforum aus - deren Mitglieder sind als Individuen natürlich willkommen.

Das diesjährige europäische Sozialforum in Athen hat sich leider von der Charta von Porto Alegre verabschiedet: politische Parteien wurden zugelassen, es kamen hauptsächlich dogmatisch-kommunistische, die überall auf dem Forum ihre Losungen ausstellten. An einem Stand konnte man T-Shirts mit Stalin kaufen. Der Gipfel dieser Entwicklung war ein großes Banner der türkischen MLKP, das unübersehbar über einem Eingang der drei Hauptgebäude prangte. Das Banner zeigte die Konterfeis von Marx, Engels, Lenin und Stalin, wobei Stalin am größten heraus kam.

Unter Stalins Anlitz zu den Workshops und Seminaren des ESF gehen zu müssen war eine Zumutung. Stalin war ein Massenmörder, der mehrere zig Millionen Menschen ermorden ließ und auch mit Hitler paktierte, als dies seinem Machterhalt diente. Spätestens mit Stalin hat das Emanzipationsanliegen der Linken seine Unschuld verloren. Es ist seitdem Aufgabe jeder Emanzipationsbewegung, genau hinzuschauen und jeder Art von Ausbeutung und Terror klar entgegenzutreten, egal von wem sie auch ausgehen mag.

Leider fand sich auf dem ESF 2006 selbst noch nicht die Gelegenheit, diese Entwicklung breiter zu thematisieren. Das Organisationbüro verwies bei Kritik am Stalin-Plakat darauf, dass alle Parteien, also auch stalinistische, ja zugelassen seien. Für Menschen, die menschliche Emanzipation ernst nehmen, kann die Konsequenz daraus nur sein, Parteien auf den Sozialforen nicht wieder zuzulassen, und der Charta von Porto Alegre wieder zu ihrem Recht zu verhelfen. Nur ohne Parteien kann das europäische Sozialforum ein offener Raum für die globalisierungskritische Bewegung bleiben!

 

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